Das Ethereum-Upgrade Glamsterdam wurde am 6. Oktober im Sepolia-Testnetz aktiviert, wie FinanceFeeds berichtet. Dem Bericht zufolge wurden nach der Umstellung weiterhin Blöcke erzeugt und finalisiert. Diese frühe Beobachtung spricht für einen zunächst erfolgten Übergang. Sie ist jedoch keine umfassende Bewertung der Funktionsfähigkeit sämtlicher Clients oder der langfristigen Leistung. Quelle

Der Zeitpunkt entspricht dem Plan der Ethereum Foundation: 13:53:36 UTC, beginnend mit Epoche 353.024 und Slot 11.296.768. Die gemeinsame Sepolia-Konfiguration der Client-Teams enthält dieselben Aktivierungsparameter. Für Hoodi und das Mainnet nennt die Ankündigung der Foundation weiterhin keine Termine. Zeitplan | Konfiguration

Was sich im Test verändert

Glamsterdam verbindet Amsterdam, das Upgrade der Ausführungsschicht, mit Gloas auf der Konsensschicht. Die technische Aufgabe besteht darin, die Erstellung und Prüfung von Ethereum-Blöcken zu verändern und die Validierung für Betreiber zugleich beherrschbar zu halten.

Ein zentraler Bestandteil ist die im Protokoll verankerte Trennung von Blockvorschlägern und Blockbauern, kurz ePBS. Nach EIP-7732 kann ein Blockvorschläger zunächst die signierte Zusage eines Blockbauers statt der vollständigen Ausführungsdaten aufnehmen. Der Blockbauer veröffentlicht diese Daten anschließend. Die zugehörige Zahlung an den Blockvorschläger wird dabei vom Protokoll abgewickelt.

Dadurch ändert sich die Aufgabenverteilung. Konsensprüfung und Ausführungsprüfung erfolgen getrennt, sodass für die Validierung der Ausführung mehr Zeit bleibt. Ausgewählte Validatoren bestätigen zudem, ob die zugesagten Ausführungsdaten und weitere zugehörige Daten rechtzeitig eingetroffen sind. Aufgaben, die zuvor von zwischengeschalteter Software abhingen, werden damit Teil des Protokolls. Für die Infrastruktur von Validatoren und Blockbauern entstehen neue Pflichten.

Ein Datenplan für die Prüfung jedes Blocks

Die zweite große Änderung betrifft Informationen, die ein Client vor der Transaktionsprüfung erhält. EIP-7928 führt Zugriffslisten auf Blockebene ein. Sie dokumentieren angesprochene Konten, Speicherstellen und die daraus entstandenen Zustandsänderungen.

So werden Abhängigkeiten sichtbar. Clients können Lesezugriffe auf den Datenträger und die Prüfung von Transaktionen parallel organisieren sowie den resultierenden Zustand effizienter berechnen. Ziel ist mehr Verarbeitungskapazität, ohne dass jeder Prüfschritt auf den vorherigen Vorgang warten muss.

Das beschreibt die vorgesehenen technischen Möglichkeiten. Eine erste Testnetz-Umstellung belegt weder einen unter Dauerlast gemessenen Durchsatzgewinn noch die Höhe künftiger Transaktionsgebühren im Mainnet.

Gas-Annahmen müssen erneut geprüft werden

Für Anwendungsentwickler ergibt sich eine eigene Aufgabe. EIP-8037 erhöht die Kosten für das Anlegen neuen Zustands und erfasst sie gesondert. EIP-8038 verändert die Kosten für Zustandszugriffe. Die Anpassungen betreffen Ressourcenverbrauch und Datenbankwachstum, während Ethereum Möglichkeiten für eine höhere Kapazität erprobt.

Die Foundation empfiehlt Entwicklern, Smart Contracts und Gas-Schätzungen mit den neuen Regeln zu testen. Das gilt besonders für Code, der auf festen Gas-Zuteilungen, fest einprogrammierten Obergrenzen oder Annahmen über verbleibendes Gas beruht. Hinter einer unveränderten Benutzeroberfläche kann eine Ausführungsannahme liegen, die angepasst werden muss.

Was ETH-Besitzer als Nächstes erwarten können

Sepolia-Betreiber benötigten kompatible Clients für Ausführungs- und Konsensschicht sowie gegebenenfalls aktualisierte Validator-Software. Gewöhnliche Mainnet-Nutzer und ETH-Besitzer müssen wegen dieses Testnetz-Ereignisses laut Foundation nichts unternehmen.

Eine gesonderte Ankündigung wird eine mögliche Mainnet-Aktivierung festlegen. Bis dahin stehen Testnetz-Stabilität, Anwendungskompatibilität und die Bereitschaft der Betreiber im Vordergrund. Aus einem erreichten Testnetz-Meilenstein allein ergibt sich kein Mainnet-Starttermin.