Sie klicken auf Kaufen und sehen in der Abrechnung einen anderen Preis. Dahinter muss weder ein Fehler noch eine versteckte Gebühr stecken. Vielleicht haben Sie den Spread überquert, mehrere Preisstufen im Orderbuch genutzt oder einen Auftrag in einem bewegten Markt abgeschickt. Entscheidend ist zunächst, welche Bedeutung der zuvor angezeigte Preis überhaupt hatte.
Fragen Sie deshalb nicht nur, ob ein Markt liquide wirkt. Prüfen Sie, ob dort die Menge verfügbar ist, die Sie handeln möchten, und welchen Durchschnittspreis diese Menge voraussichtlich ergibt. Erst dann lässt sich die spätere Ausführung sinnvoll beurteilen.
Der angezeigte Kurs braucht eine Erklärung
Im Orderbuch ist der beste Geldkurs das höchste Kaufangebot. Der beste Briefkurs ist das niedrigste Verkaufsangebot. Die Differenz heißt Spread. Das Handelsglossar von Kraken unterscheidet diese Größen vom Preis des zuletzt abgeschlossenen Geschäfts.
Wer sofort kauft, handelt gewöhnlich gegen Verkaufsangebote. Wer sofort verkauft, trifft auf Kaufangebote. Die große Kursanzeige einer App kann dagegen den letzten Umsatz, einen Mittelwert oder eine unverbindliche Preisindikation darstellen. Keine dieser Angaben erklärt allein den Preis Ihres gesamten Auftrags.
Vergleichen Sie deshalb dasselbe Handelspaar, dieselbe Menge und dieselbe Art von Kurs. Ein enger Spread gegenüber einer bestimmten Währung sagt wenig über ein anderes Paar aus. Halten Sie die Auftragsvorschau fest, wenn Sie die Ausführung später prüfen möchten. Ein aktualisierter Bildschirm zeigt bereits eine neue Marktsituation, nicht unbedingt die Bedingungen beim Absenden.
Drei Kostenbegriffe, drei unterschiedliche Fragen
Der Spread beschreibt den Abstand zwischen Kauf- und Verkaufsseite. Slippage bezeichnet die Abweichung der Ausführung von einem zuvor festgelegten Vergleichspreis. Die Handelsgebühr ist ein zusätzlicher Betrag nach dem Gebührenmodell des Anbieters. Wer die Größen ohne Bezugspunkt zusammenzählt, kann Kosten doppelt erfassen.
Ein rein hypothetisches Orderbuch zeigt einen Geldkurs von 99 Euro und einen Briefkurs von 100 Euro. Eine Einheit wird für 100 Euro angeboten, zwei weitere für jeweils 101 Euro. Ein Kauf von drei Einheiten kostet damit vor Gebühren 302 Euro. Der durchschnittliche Ausführungspreis beträgt rund 100,6667 Euro.
Gemessen am anfänglichen Briefkurs von 100 Euro entstehen über den gesamten Auftrag 2 Euro Slippage. Eine angenommene Gebühr von 0,25 Prozent ergibt 0,755 Euro, gerundet 0,76 Euro. Insgesamt werden 302,76 Euro belastet. Der Spread von einem Euro wird nicht nochmals addiert.
Verwenden Sie stattdessen den Mittelkurs von 99,50 Euro als Vergleich, beträgt die Ausführungsabweichung vor Gebühren 3,50 Euro. Der Handel bleibt derselbe. Nur der Maßstab hat sich geändert. Für aussagekräftige Vergleiche brauchen Sie einen einheitlichen Maßstab.
Ein hohes Volumen ersetzt keine Markttiefe
Handelsvolumen beschreibt bereits abgeschlossene Geschäfte innerhalb eines Zeitraums. Markttiefe beschreibt die aktuell angebotenen Mengen auf verschiedenen Preisstufen. Die Marktdatendokumentation von Kraken weist außerdem darauf hin, dass sichtbare Daten nicht sämtliche verdeckten Mengen und noch ausstehenden Vorgänge enthalten müssen.
Prüfen Sie deshalb die verfügbare Menge in der Nähe des aktuellen Kurses. Im Beispiel war der beste Briefkurs nur für eine Einheit erreichbar. Für den gesamten Kauf reichte das Angebot zu diesem Preis nicht aus.
Zieht dieser Verkäufer seinen Auftrag zurück, ändern sich Ihre möglichen Ausführungspreise. Das bisherige Tagesvolumen muss sich dadurch nicht verändern. Ein Orderbuch ist eine Momentaufnahme und keine Reservierung für Ihren nächsten Klick.
Auch das Aufteilen eines Auftrags verdient eine vollständige Rechnung. Kleinere Teilaufträge treffen möglicherweise auf andere Mengen, spätere Teile aber auch auf spätere Kurse. Prüfen Sie zusätzlich anfallende Kosten und den zeitlichen Abstand. Kleinere Aufträge sind nicht automatisch die günstigere Lösung für die gesamte geplante Transaktion.
Welche Unsicherheit können Sie akzeptieren?
Die SEC erklärt in ihrer Anlegerinformation zu Orderarten den grundlegenden Unterschied: Market-Orders priorisieren die Ausführung, Limit-Orders legen einen akzeptablen Preis fest. Die Information behandelt Wertpapiere. Für Kryptowährungen müssen Sie zusätzlich die konkreten Regeln des Handelsplatzes lesen.
Ein Kauflimit begrenzt den Preis nach oben, ein Verkaufslimit nach unten. Daraus folgt keine Garantie auf einen vollständigen Abschluss. Verfügbare Gegenaufträge, Reihenfolge und Zusatzbedingungen bleiben entscheidend. Ein Auftrag kann teilweise ausgeführt werden, während der Rest offen bleibt.
Lesen Sie deshalb auch die Gültigkeitsanweisung. Je nach Einstellung bleibt die Restmenge im Markt oder wird storniert. Preisabweichungsschutz eines Handelsplatzes kann eine Ausführung ebenfalls unterbrechen. Übertragen Sie die Funktionsweise eines Anbieters nicht ungeprüft auf einen anderen.
Bei einem geplanten Einstieg ist ein ausgebliebener Kauf vielleicht hinnehmbar. Bei einem dringenden Ausstieg hat dieselbe Wartezeit eine andere Bedeutung. Entscheiden Sie vorab, welches Ergebnis für Sie Vorrang hat, statt die Orderart erst unter Zeitdruck zu wechseln.
Stops und dezentrale Swaps getrennt prüfen
Ein Stopkurs löst eine Anweisung aus. Er ist nicht zwangsläufig Ihr späterer Verkaufspreis. FINRA erläutert, dass eine Stop-Market-Order schlechter als am Auslösekurs ausgeführt werden kann. Eine Stop-Limit-Order kann hingegen ohne Ausführung bleiben. Bei Kryptoprodukten ist zusätzlich zu prüfen, ob der letzte Handel, ein Index oder ein Markpreis den Stop aktiviert.
Lassen Sie sich die Abfolge erklären: Was löst den Auftrag aus, welche Order entsteht danach und was geschieht bei zu wenig Liquidität? Damit wird sichtbar, wo Ihre geplante Ausführung von einer tatsächlichen Zusage abweicht.
Nicht jeder dezentrale Tausch verwendet ein Orderbuch. Die Dokumentation von Uniswap beschreibt auch poolbasierte Abläufe. Prüfen Sie bei einem Swap die erwartete Ausgabemenge, den Preiseinfluss, die Slippage-Toleranz und Netzwerkgebühren. Eine Toleranzeinstellung definiert eine Ausführungsbedingung. Sie sagt nicht voraus, dass das Ergebnis für Sie günstig sein wird.
Vor dem Bestätigen den ganzen Auftrag ansehen
Beantworten Sie anhand der Vorschau diese Fragen:
- Welches Paar, welches Produkt und welchen Handelsplatz nutze ich?
- Was stellt der angezeigte Kurs dar?
- Welche Menge ist in seiner Nähe verfügbar?
- Welcher Durchschnittspreis und welche Gesamtbelastung werden geschätzt?
- Welche Kosten stecken bereits im Kurs und welche kommen hinzu?
- Kann der Auftrag teilweise offen bleiben oder storniert werden?
- Mit welchem Bezugspreis werde ich die Ausführung vergleichen?
Vergleichen Sie anschließend die tatsächlichen Ausführungen mit Ihrer Aufzeichnung. Halten Sie Mengen, Einzelpreise und Gebühren getrennt fest. Weichen die realen Kosten einer automatisierten Strategie wiederholt deutlich von den Testannahmen ab, prüfen Sie diese Annahmen vor einer Erhöhung der Positionsgröße. So lässt sich eine Marktbewegung von einem Missverständnis über die Preisbildung unterscheiden.
Beim Kryptohandel können Sie den gesamten eingesetzten Betrag verlieren.